Eintauchen in literarische Welten
Im Rahmen des Deutschunterrichts konnten die BM-Abschlussklassen der HKV Aarau vor den Sportferien eine besondere Form der Literaturvermittlung erleben: die Virtual-Reality-Lesung «LOS». Darin wird die literarische Erzählung von Klaus Merz durch VR direkt erlebbar gemacht. Man bricht zusammen mit dem Protagonisten Peter Thaler zu einer Wanderung in die Berge auf und erlebt, wie er dort unglücklich in einem Schneesturm strauchelt, sich den Knöchel bricht und langsam mit Schnee bedeckt wird.
Der Text blieb in seiner Originalsprache unverändert, wurde jedoch durch Raum, Bild und Klang als immersives Erlebnis erfahrbar gemacht. Besonders eindrücklich wirkten Szenen aus uns allen vertrauten Alltagsräumen wie das Reisen in einem virtuellen SBB-Wagon. Die Durchsagen der Haltestellen und das Vorbeiziehen des Mittellandes beim Blick aus dem Fenster waren kaum mehr von einem analogen Erlebnis zu unterscheiden.
Für viele Lernende und begleitende Lehrkräfte war es eine der ersten Erfahrungen mit Virtual Reality im schulischen Kontext. Wenn man aber erlebt hat, wie alle Anwesenden sofort aus der Aula in die literarische Welt von «LOS» entführt worden sind, wird schnell klar, was diese Technologie in Zukunft noch für Möglichkeiten eröffnen wird.
Am Ende der Lesung gab der Schweizer Filmschaffende Sandro Zollinger interessante Einblicke in die technische Entstehung dieses Projekts, äusserte aber auch durchaus philosophische Gedanken zum Thema Vergänglichkeit, welches ein Hauptmotiv der Erzählung ist. Und so wird den Anwesenden nicht nur das beeindruckende VR-Erlebnis im Kopf geblieben sein, sondern auch sein Aufruf zum Schluss: das Leben jeden Tag bewusst zu schätzen.
Daniel Gombas und Thomas Baur